Das Quatschmobil kann nicht nur zufällige Aktionen innerhalb der Quatschmobil-Institutionen auslösen, sondern auch unübliche Handlungen von  Quatschmobil-Aktivisten. Die Handlungen der Quatschmobil-Aktivisten könnten unterschiedlicher nicht sein und lassen viel kreative Freiheit. Eine Übersicht gibt es unter: http://www.quatschmobil.de/aktion-partner/

Letzten Samstag bekam ich, nachdem das Quatschmobil 10 Kilometer gefahren war, einen Anruf und erfuhr, dass der sogenannte Neo-Klingler aktiviert wurde. Der Neo-Klingler sucht das Gespräch, indem er ein verdrehtes Klingelspiel spielt: Er klingelt an fremden Türen und läuft dann nicht weg, sondern beginnt ein Gespräch.

Gestern war  ich dran, in die Rolle des Quatschmobil-Aktivisten zu schlüpfen, und auf Gedankensuche zu gehen. Ich begab mich in eine unübliche Situation, zusammen mit einem fremden Menschen: Im St. Anna Stift hatte ich die Freude, mich mit Herrn Masi, Bewohner des Caritas Altenzentrum, intensiv über verschiedenste Thematiken zu unterhalten.

Wie selbstverständlich bat mich der 78-Jährige herein und erklärte sich bereit, gemeinsam mit mir über die Zukunft zu fantasieren. Zunächst erzählte er mir von seiner Kindheit in Bologna und seiner Liebe zur Natur. Er ist überzeugt davon, dass ein großer Teil seines Bewusstseins, seiner Moral, seiner Mentalität und Werte durch seine Familie geprägt ist. „Durch aktives Vorleben und einen sorgsamen Umgang gehst du mit gutem Beispiel voran“, so die Worte von Herrn Masi.

Auf meine Frage, wie man Umweltbewusstsein vermitteln kann, reagierte er zurückhaltend und verriet mir: „Heutzutage ist jeder zu bequem und egoistisch, um etwas zu verändern“. Ich stimmte nicht zu und warf Gegenbeispiele in den Raum: Energiesparlampen, Recycling und Fahrrad fahren – nur ein paar Möglichkeiten, die durch kleinen Aufwand viel Veränderung ermöglichen, auch für die faulen Menschen unter uns.

Dann fingen wir an,  über Plastiktüten zu sprechen und waren schockiert, als wir erfuhren, dass eine Billionen Plastiktüten jährlich verbraucht werden und maßgeblich zu den wachsenden Müllbergen beitragen, die die Umwelt erheblich belasten. Laut der Stiftung Naturschutz Berlin wird „nur ein Bruchteil der weltweit verbrauchten Plastiktüten recycelt, weiterverarbeitet oder thermisch verwertet… Aufgrund der eingesetzten Kunststoffe lagern sie dort 100 bis 500 Jahre lang bis zum vollständigen Zerfall.“ Herr Masi schüttelte enttäuscht den Kopf und fragte sich, warum es überhaupt geduldet würde. Stofftüten, Rucksäcke, Einkaufskörbe… Es gibt so viele andere Möglichkeiten.

Wir suchten weiter nach potenziellen Verbesserungsmöglichkeiten und wurden fündig auf der Website des WWF (World Wildlife Fund). Unter der Kategorie „Aktiv werden“ (http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/) werden zahlreiche alltägliche Hacks und Tipps zum Thema Umweltschutz angeboten. Wir informierten uns über den einen oder anderen Tipp und unterhielten uns noch lange über Umweltschutz, die Aufgabe der Regierung, oder visionäre Vorreiter der Bewegung, wie zum Beispiel Olafur Eliasson (http://littlesun.com/).
Gemeinsam kamen wir zu einem Entschluss: So groß und nicht bewältigbar wie der Klimawandel auch scheint, die Wahrheit ist, es gibt endlose Möglichkeiten, einen Anfang zu machen und etwas zur Verbesserung beizutragen. Ein Appell an alle!